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Infothek

Pflanzliches Elfenbein

Corozo oder pflanzliches Elfenbein

Wir setzen ganz auf Nachhaltigkeit, Um­welt­be­wusst­sein und positive Auswirkungen. Dies gilt auch für die Endverarbeitung unserer Mode. Wir verwenden bereits Holz, Perlmutt und biologischen Garn, aber in Zukunft zudem die auch als Corozo bekannte Tagua-Nuss. Warum ist es wichtig, auf eine so exotisch klingende Nuss zu setzen?

Diese Nüsse wachsen auf Palmen, deren wissenschaftlicher Name Phytelephas lautet; dazu zählen sechs Palmenarten, die in Südamerika vom südlichen Panama bis zu den Anden in Ländern wie Ecuador, Bolivien, Kolumbien, im nordwestlichen Brasilien und Peru vorkommen. Allgemein sind diese Bäume als Elfenbein-, Elfenbeinnuss- oder Tagua-Palmen bekannt. Diese Palmen können bis zu 200 Jahre alt und 6-12 Metern hoch werden.

Deren Samen heißen Phytelephas macrocarpa, was übersetzt „Großfruchtiges Pflanzen-Elfenbein“ bedeutet. Die Corozo wird daher aufgrund ihrer Ähnlichkeit zu tierischem Elfenbein oft auch „pflanzliches Elfenbein“ genannt. Die „Nuss“ stammt von den weiblichen Pflanzen, welche pro Jahr 15-20 kg dieser großen, rauen rundlichen Früchte hervorbringen. In diesen großen Früchten befinden sich ins Fruchtfleisch eingebettet etwa 20 eiergroße Nüsse.

Bei der Ernte sind die Nüsse weich, essbar und enthalten eine trinkbare Flüssigkeit. Nach der Auswahl zur Weiterverarbeitung werden die Zellulose-Nüsse monatelang in der Sonne getrocknet. Durch das Trocknen härten sie aus, bis sie schließlich hart wie Knochen werden. Unterhalb der bräunlich-schwarzen äußeren Schale zeigt sich ein elfenbeinfarbenes Material, das gesägt, gefräst, gedreht, geschnitzt, poliert und sogar gebleicht werden kann. Es ist dabei so robust, dass es resistent gegen Abschuppen, Abrieb oder Stöße ist. Bei Einstrahlung durch Sonnenlicht dunkelt es nach. Bei Erhitzen im Feuer nimmt die Oberfläche eine hellbraune Farbe und Marmorierung an.

Bereits vor Hunderten von Jahren wussten die in der Nähe von Tagua-Palmen lebenden indigenen Völker über die Nützlichkeit dieser Nüsse Bescheid. Für die Amazonas-Indianer steht die Tagua-Nuss für Überfluss, Glück, Liebe und Wohlstand. Und die antiken Mayas, Inkas und Azteken verwendeten sie, um emotionales und spirituelles Wohlergehen zu erlangen. In der Vergangenheit wurde sie für die Herstellung von Schmuck, Kämmen, Zahnstochern und sogar Sägen benutzt. Durch Handel und Schifffahrt kamen die Nüsse dann nach Europa und Fernost. Die verschiedenen Arten wurden mit den Namen der Häfen bezeichnet, von denen aus sie verschifft wurden, wie etwa „Cartagena“, „Guajaquil“ oder „Little Svanilla“.


Aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit Elfenbein, wurden die Tagua-Nüsse oftmals als billigerer Ersatz verwendet, wobei viele Unternehmen das Material für Schachfiguren, Würfel, Figurinen, Knöpfe, Pfeifenköpfe etc. nutzten.



Die Japaner stellten etwa ihre Miniaturschnitzereien (netsuke) aus der Tagua-Nuss her. Nach dem 2. Weltkrieg ging die Verwendung der Nuss durch das Aufkommen von Kunststoffen zurück, die jedoch in den 1970er Jahren dank der Öko-Bewegung eine Wiederkehr feierte. Viele internationale Organisationen sahen die Tagua-Nuss als Elfenbein-Ersatz und eine nachhaltige Option, um einen Beitrag gegen das Aussterben der Elfenbein liefernden Tiere zu leisten.

Der Anbau der Tagua-Nuss hat zudem positive Auswirkungen auf den Erhalt des Regenwalds in Südamerika.
Denn die Nüsse werden erst geerntet, wenn sie von selbst von den Bäumen fallen, daher nehmen diese keinen Schaden. Zudem gibt es positive Auswirkungen auf die Arbeiter, welche die Nüsse ernten und verwenden. Denn dadurch wird die lokale Wirtschaft gefördert und die Bewohner werden positiv beeinflusst. Wenn Sie Artikel bei Xquisit erwerben, können Sie sicher sein, dass wir alles dafür tun, um zu garantieren, dass unserer Bekleidung komplett nachhaltig und umweltfreundlich hergestellt wurde.

Quelle: Palma Collection